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Fotos von Immobilien selber machen oder Fotograf beauftragen – was lohnt sich für Makler?
Immobilienfotos selbst zu machen wirkt günstiger. Doch die eigene Zeit kostet ebenfalls. Ein Fotograf liefert bessere Bilder, zusätzliche Leistungen und spart dem Makler wertvolle Zeit. Gleichzeitig wird eine hochwertige Immobilienpräsentation zum Marketing für den Makler selbst.

Vorweg: Wir sind befangen, und wir wissen es

Wir fotografieren seit Jahren Immobilien. Wenn wir jetzt erklären, dass ein Makler einen Fotografen braucht, klingt das ungefähr so glaubwürdig wie ein Bäcker, der von selbstgebackenem Brot abrät.
Deshalb versuchen wir es anders. Statt über die Qualität von Maklerfotos zu urteilen, rechnen wir vor, was das Selbermachen tatsächlich kostet. Und wir benennen die Fälle, in denen sich ein Fotograf schlicht nicht lohnt.

Selber fotografieren ist nicht automatisch günstiger

Die Kamera im Smartphone wird immer besser. Warum also für jede Immobilie einen Fotografen beauftragen, wenn man die Bilder auch schnell selbst machen kann? Gerade für Makler klingt das zunächst nach einer einfachen Möglichkeit, Kosten zu sparen. Smartphone raus, einmal durch die Immobilie, Bilder ins Exposé und fertig.
Ganz so einfach ist die Rechnung allerdings nicht. Denn die entscheidende Frage ist nicht, ob ein Makler selbst Immobilien fotografieren kann. Natürlich kann er das. Die Frage ist vielmehr, ob seine Zeit damit wirklich sinnvoll eingesetzt ist.
Für eine gute Immobilienpräsentation reicht es selten, zehn Minuten durch die Räume zu laufen und auf den Auslöser zu drücken. Die Immobilie muss vorbereitet werden, Perspektiven und Licht müssen stimmen und anschließend werden die Bilder ausgewählt, bearbeitet und für das Exposé aufbereitet. Wer dabei einen gewissen Qualitätsanspruch hat, verbringt schnell mehrere Stunden mit einer Aufgabe, die eigentlich nicht zu seinem Kerngeschäft gehört.

Was kostet die eigene Zeit?

Und genau hier wird der vermeintlich teurere Fotograf plötzlich ziemlich günstig. Während der Fotograf die Immobilie aufnimmt und die Bilder bearbeitet, kann sich der Makler um Eigentümer kümmern, Besichtigungen durchführen, Interessenten betreuen oder das nächste Objekt akquirieren.
Die eigene Arbeitszeit taucht zwar auf keiner Rechnung auf, kostenlos ist sie deshalb trotzdem nicht. Gerade für einen erfolgreichen Makler dürfte eine Stunde Maklerarbeit wirtschaftlich deutlich wertvoller sein als eine Stunde Bildbearbeitung.
Die sinnvollere Rechnung lautet deshalb nicht nur: Was kostet mich der Fotograf? Sondern auch: Was könnte ich in derselben Zeit als Makler erledigen?

Mehr als nur professionelle Immobilienfotos

Dazu kommt, dass ein spezialisierter Immobilienfotograf heute meist deutlich mehr liefern kann als ein paar Innen- und Außenaufnahmen. Je nach Immobilie und Vermarktung können beispielsweise Drohnenaufnahmen entstehen, die Grundstück und Lage besser zeigen. Ein 3D-Rundgang ermöglicht Interessenten eine virtuelle Besichtigung, während ein sauber aufbereiteter Grundriss hilft, Raumaufteilung und Größenverhältnisse schneller zu verstehen.
Videos und kurze Hochkant-Clips liefern zusätzlich Material für Instagram, Facebook und andere Social-Media-Kanäle. So entstehen bei einem Termin nicht nur die Bilder für das Immobilienportal, sondern im besten Fall direkt weitere Inhalte für die gesamte Vermarktung.
Auch bei schwierigen Voraussetzungen gibt es inzwischen Möglichkeiten, eine Immobilie besser zu präsentieren. Leere Räume können durch Virtual Staging digital eingerichtet werden, damit Interessenten eine bessere Vorstellung von ihrer späteren Nutzung bekommen. Und wenn eine Immobilie beim Fototermin nicht vollständig aufgeräumt oder noch mit zahlreichen Gegenständen vollgestellt ist, kann eine virtuelle „Entrümpelung“ helfen. Dabei werden störende Gegenstände digital aus dem Bild entfernt. Das ersetzt natürlich nicht die Vorbereitung der Immobilie vor Ort, kann aber in bestimmten Situationen eine praktische Ergänzung sein.
Der Fotograf nimmt dem Makler damit nicht einfach nur das Fotografieren ab. Im besten Fall entsteht bei einem Termin ein großer Teil des Contents, der anschließend für Exposé, Immobilienportale, Website und Social Media benötigt wird. Der Makler muss nicht für jeden Bestandteil der Vermarktung selbst eine Lösung suchen und kann sich auf die Aufgaben konzentrieren, für die seine Kunden ihn eigentlich beauftragen.

Die Immobilienpräsentation ist auch Werbung für den Makler

Eine hochwertige Immobilienpräsentation vermarktet nicht nur das Objekt, sondern zeigt gleichzeitig, wie professionell der Makler arbeitet. Für Verkäufer geht es bei ihrer Immobilie meist um einen erheblichen Vermögenswert und viele persönliche Erinnerungen. Entsprechend möchten sie sehen, dass ihr Haus oder ihre Wohnung nicht einfach schnell fotografiert und online gestellt wird, sondern mit dem nötigen Anspruch präsentiert wird. Professionelle Fotos, ein sauberer Grundriss, passende Videos oder zusätzliche Inhalte wie Drohnenaufnahmen und 3D-Rundgänge vermitteln genau diesen Eindruck – ohne dass jedes Objekt zwingend das komplette Programm benötigt.
Jedes veröffentlichte Exposé ist damit auch eine öffentliche Arbeitsprobe. Neben den aktuellen Kaufinteressenten sehen es potenzielle zukünftige Verkäufer, die sich bereits vor einem persönlichen Gespräch ein Bild von der Arbeitsweise des Maklers machen können. Wer bei jedem Objekt nur 08/15 abliefert, wird entsprechend wahrgenommen. Eine durchdachte Präsentation zeigt dagegen, welchen Anspruch der Makler an seine Vermarktung hat. Das kann nicht nur das Vertrauen des aktuellen Verkäufers stärken, sondern auch Empfehlungen fördern: Ein zufriedener Eigentümer erzählt eher positiv von der Zusammenarbeit, und auch ein Käufer kann später selbst zum Verkäufer werden. Professionelle Immobilienfotografie ist deshalb mehr als eine Investition in das aktuelle Inserat. Sie zeigt zukünftigen Kunden ganz konkret, was sie bei diesem Makler erwarten können.

Fazit: Der Fotograf kostet Geld – Selbermachen aber auch

Immobilien selbst zu fotografieren kann auf den ersten Blick Geld sparen. Sobald man jedoch die eigene Arbeitszeit, die Qualität der Präsentation und die zusätzlichen Möglichkeiten professioneller Immobilienfotografie berücksichtigt, sieht die Rechnung schnell anders aus.
Ein guter Immobilienfotograf nimmt dem Makler Arbeit ab und kann gleichzeitig einen großen Teil des benötigten Vermarktungscontents liefern: professionelle Fotos, Drohnenaufnahmen, Grundrisse, 3D-Rundgänge, Videos, Virtual Staging oder bei Bedarf auch eine virtuelle Entrümpelung. Währenddessen kann sich der Makler auf Akquise, Eigentümer, Interessenten und den eigentlichen Verkauf konzentrieren.
Noch wichtiger ist aber die langfristige Wirkung. Jede Immobilie im Portfolio ist auch eine öffentliche Arbeitsprobe. Verkäufer sehen, welchen Aufwand der Makler für ihre Immobilie betreibt. Käufer erleben die Qualität der Vermarktung. Und potenzielle Neukunden bekommen einen Eindruck davon, wie ihre eigene Immobilie später präsentiert werden könnte.
Der Fotograf fotografiert also nicht nur die Immobilie. Eine gute Immobilienpräsentation vermarktet gleichzeitig den Makler.